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Aktuelles aus dem Gleichstellungsrat Égalité Handicap

Von Olga Manfredi, Kopräsidentin Gleichstellungsrat

Mit dem Inkrafttreten des Behindertengleichstellungsgesetzes BehiG auf Anfang 2004 wurde auf Vorschlag von AGILE der Gleichstellungsrat Égalité Handicap als strategische Führung der Fachstelle Égalité Handicap gegründet.

In den vergangenen vier Jahren hat sich der Rat in seiner Aufgabe definiert und mit der Fachstelle in der Zusammenarbeit erprobt. Nachfolgend ein kurzer Rück- und ein Einblick in die laufenden Geschäfte.

Rückblick

Der Gleichstellungsrat hat die Strategie für die Fachstelle bis Mitte 2006 ausgearbeitet. Danach wurde sie für die folgenden Jahre bis 2009 angepasst.

Mit der Schaffung eines Kopräsidiums 2005 erhielt auch die wichtige Öffentlichkeitsarbeit einen festen Platz. Neben den Präsidialarbeiten übernimmt das Kopräsidium auf operativer Ebene Öffentlichkeitsarbeit im Rahmen der Selbstvertretung; für die Romandie Cyril Mizrahi, für die Deutschschweiz ich.

In den vergangen drei Jahren hatten wir Gelegenheit, zahlreiche Beiträge in verschiedenen Publikationen zu platzieren. Wir haben Printmedien, Fernsehen und Radios Interviews gegeben, sowie uns an Workshops und Podiumsgesprächen beteiligt. Gleichzeitig wurde in Zusammenarbeit mit der Fachstelle intensiv Lobbyarbeit geleistet. Sei es durch Schreiben, sei es mittels persönlicher Kontakte und Gesprächen mit Verantwortungstragenden aus Verwaltung, Politik und Gesellschaft. Zudem wurde auch die Rats-interne Zusammenarbeit geregelt.

Aktuelle Eckpunkte des Rates

Der Rat beschäftigt sich zurzeit mit einer breiten Palette an Themen. Nachfolgend ein Auszug der wichtigsten laufenden Geschäfte.

a. Merkblatt Sprachgebrauch

Unter Menschen mit Behinderung ist seit geraumer Zeit mehr und mehr Unmut über den allgemeinen Sprachgebrauch aufgekommen. Dieser enthält noch immer zahlreiche stigmatisierende Ausdrücke. Die Idee, Sprache als Spiegel des gesellschaftlichen Denkens hin zu gleichberechtigter Haltung mitzuprägen, haben Thea Mauchle und mich veranlasst, ein Merkblatt zu zeitgemässem Sprachgebrauch zu verfassen. Dieses Merkblatt ist bereits vor einigen Jahren entstanden. Nun hat es der Rat weiterentwickelt und in Zusammenarbeit mit dem Eidgenössischen Büro für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung die deutsche Version fertig gestellt. Zurzeit werden die italienische und die französische Version erarbeitet. Sobald diese vorliegen, wird das Dokument den Medien und weiteren Kreisen der Öffentlichkeit vorgestellt.

b. Verbesserung des Zugangs zu Hoch- und Fachhochschulen

Insgesamt zehn Personen beider Geschlechter, behinderungsartenübergreifend, aus allen Landesteilen kommend bilden den Gleichstellungsrat.

Um die gestellten Aufgaben professionell bewältigen zu können, haben wir jede Sitzung mit einer Präsentation von je einer Person mit und über ihre Behinderung und den sich dazu stellenden gleichstellungsrechtlichen Fragen eröffnet.

Auf dieser Basis entstand das laufende Projekt über die Verbesserung des Zugangs zu Hoch- und Fachhochschulen für Menschen mit Behinderung. Anlässlich von Aussagen verschiedener Ratsmitglieder wurde festgestellt, dass die Hoch- und Fachhochschulen noch nicht den Anforderungen der im BehiG festgehaltenen minimalen gleichstellungsrechtlichen Ansprüche genügen.

Es wurden daraufhin mit vier verschiedenen Gruppen von Personen mit Behinderung Gespräche geführt. Alle sind daran, eine Ausbildung auf Tertiärstufe zu absolvieren oder haben eine solche abgeschlossen. Basierend auf den Gesprächen verfassten wir einen Problemkatalog. Gleichzeitig wurde in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Verband der Studierenden ein Projekt ausgearbeitet, welches Ende 2007 dem EBGB eingereicht wurde. Ziel dieses Projektes ist es, Erhebungen über die aktuelle gleichstellungsrechtliche Situation von Studierenden an den Hoch- und Fachhochschulen zu erhalten. Weiter sollen damit auch Verbesserungsvorschläge unterbreitet werden können. Das Vorprojekt ist eingereicht, es wird dieses Jahr weiter bearbeitet.

c. Kampagne 5 Jahre BehiG

2009 wird das Behindertengleichstellungsgesetz BehiG fünfjährig. Auf Anfrage der DOK (Dachorganisationen der privaten Behindertenhilfe) haben der Rat und die Fachstelle 2007 eine Vorskizze zu einer möglichen Kampagne vorgelegt. Dies in Absprache mit dem EBGB. Darauf aufbauend fanden Anfang dieses Jahres drei Workshops statt. Daran beteiligt waren Vertretende der DOK, des Rates und der Fachstelle.

Die Vorskizze der Kampagne liegt vor. Zur Zeit werden Arbeitsgruppen unter Beteiligung der drei Gruppen gebildet und die Ausarbeitung der Kampagne an die Hand genommen.

Der äusserst positive Nebeneffekt dieser Kampagnenaufbereitung ist, dass die drei Parteien erstmals gemeinsam an einem Projekt beteiligt sind und somit neue Formen der Zusammenarbeit im Behindertenwesen entstehen konnten.

Weitere Themen in Kürze:

Gemeinsam mit der Fachstelle beobachtet der Rat die Haltung von Regierung und Parlament zur Unterzeichnung der UNO-Konvention zum Schutz der Rechte von Menschen mit Behinderung.

Zudem ist die Schaffung eines Museumsgesetzes der Bundesmuseen im Gange, an der Égalité Handicap mitbeteiligt ist.

Weiter sind Vorarbeiten am Laufen zum Ersatz des stossenden Begriffs «Invalidität». Aktuell ist ausserdem eine Evaluation des Rates im Gange.

Wie sich zeigt, ist auf dem Gebiet der Gleichstellung von Menschen mit Behinderung noch viel zu tun. Der Gleichstellungsrat und die Fachstelle Egalité Handicap setzen sich mit allen Kräften dafür ein, dass der hindernisfreie Zugang für alle zunehmend Alltag wird.


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